Mallorca 2012 – Mein Segelabenteuer – (Törnbericht)

Die Idee – die besten kommen einfach so

April 2012; ich sitz mit ein paar Freunden im Hofbräuhaus und das Thema dreht sich um Urlaub. Und da kommt mir die Idee: Ein Segeltörn muss her. Möglichst jetzt! Drei Tage später… Der Törn bei http://www.segelabenteuer.com/ ist gebucht und ich kann jetzt schon mal verraten: Die besten Ideen kommen einem doch häufig beim Biertrinken.

Anstrengende Anreise und genialer erster Tag

Meine Vorfreude ist riesig. So schaffe ich es doch tatsächlich am Samstag den 28.04. um 02:00 in der Nacht aufzustehen und Richtung Münchener Flughafen zu fahren. Die Reise geht mit einem Condor Charterflug („Servus aufm Airbus…“) Richtung Palma de Mallorca. Um 08:00 angekommen mache ich mich mit dem Bus (Linie 1) auf den Weg in die Stadt. Erst mal gucken wo ich hier gelandet bin. Es war immerhin mein erster Besuch in Palma, wobei mir aber die Müdigkeit noch etwas in den Beinen steckte. Gegen 15:00 ging es dann auf’s Segelboot und jegliche Schlafdefizite waren vergessen … WOW ziemlich beeindruckend für einen Jollensegler wie mich. Also besser Segelschiff. „Ronda“ eine Bavaria 50 cruiser sollte für die nächste Woche unser zu Hause sein. Wir; d.h. 5 Mitsegler und unser Skipper Beat. Den restlichen Samstag haben wir (nach dem Einkauf der Lebensmittel) gemütlich ausklingen lassen. Gesegelt wird am nächsten Tag!

Sonntag – Wellen; von überall!

Unsere Baviaria: Blick in die Segel/Takelage

Unsere Baviaria: Blick in die Segel/Takelage

Sonntagmorgen; es geht los! Nach einem genialen Frühstück haben wir abgelegt. Schon in der Hafenausfahrt war der Wind so frisch, dass ich mir meine Jacke anziehen musste. Aber Wind – da wird mir jeder Segler Recht geben – ist erst mal gut! Also Segel setzten und ab durch die Bucht von Palma – Richtung Süden (Bitte verzeiht mir die ungenauen Kursangaben. Navigation ist nicht meine Stärke – noch nicht.). Unser erstes Ziel war – Richtung Westen der mallorquinischen Küste folgend – der Hafen von Sa Ràpita. Und den konnten wir nicht schnell genug erreichen! Denn die Wellen kamen gefühlt von allen Seiten – Kreuzsee! Ich denke ein Unwohlsein hat hier jeder an Bord gespürt. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mir das gute Frühstück nicht noch einmal durch den Kopf hab gehen lassen ;-) Nichtsdestotrotz war es ein genialer Segelspaß! Und für alle, die schon mal mit grünem Gesicht in den Hafen eingelaufen sind: „Besser Arm dran als Arm ab!“.

Noch ein Tipp für jeden der einmal im Hafen von Sa Ràpita essen gehen möchte: Nehmt die Hafenkneipe (beim Kran) und nicht das Restaurant (Ende vom Hafen Richtung Strand). Das Restaurant ist einfach unglaublich schlecht und erinnert mich eher an einen Schwimmbadkiosk (Der beißende Geruch nach Chlor hat diesen Eindruck noch unterstrichen).

Montag – ab nach Portocristo

Portocristo ein Segelidyll als Postkartenmotiv

Portocristo ein Segelidyll als Postkartenmotiv

Es ist Montagmorgen und ich habe trotz der ständigen Schaukelei doch relativ gut geschlafen. Das muss der Kinderwageneffekt sein. Nach dem Frühstück ging es weiter Richtung Portocristo. Die Fahrt dorthin war super: konstant guter Wind, sonniges Wetter und als Krönung ein eiskaltes Dosenbier – Entspannung pur! Nachmittags in Portocriso angekommen hatten wir das Glück noch einen Platz im Stadthafen zu bekommen. Der Vorteil liegt darin, dass der Stadthafen, im Vergleich zum Yachtclub, ca. die Hälfte an Liegegebühren kostet – das schont die Bordkasse. Am Anleger angekommen hatte ich dann auch eine Lektion fürs Leben gelernt: Beim eincremen mit Sonnencreme sollte man NIE die Nase vergessen! Den Rest der Woche lief ich wie Rudolf the red nosed reindeer durch die Gegend.

Dienstag – Drachenkitsch und Delfine

Nicht weit vom Hafen entfernt findet sich in Portocristo die „Drachenhöhle“ – eine Riesige Tropfsteinhöhle. Diese war am Dienstagmorgen unser Ausflugziel. Die Höhle ist in ca. 20 Minuten gemütlich zu Fuß vom Hafen aus zu erreichen. Kosten tut der Spaß 12 EUR pro Person und die Führung dauert (sehr grob geschätzt; ich hab nicht auf die Uhr geschaut) eine Stunde. Höhlenromantik ist hier nicht zu erwarten. Das Ganze ist eine Massenveranstaltung – man wird mit hunderten anderer Touristen durch die Höhle geschleust. Als Abschluss sieht man am Ende Mitarbeiter in einem kleinen See am Grund der Höhle rudern. Dazu hört man klassische Musik. Sehr kitschig! Aber alles in allem ist die Höhle doch sehr beeindruckend und daher meiner Meinung auch sehenswert. Fotografieren ist übrigens nicht erlaubt. Der Fotoapparat muss also nicht mitgeschleppt werden. Am Ende der Führung hat man dann die Möglichkeit überteuerte Bilder der Höhle zu kaufen. Ich hab keins gekauft denn auf unserem Törn gab mehr als genügend Postkartenmotive zu fotografieren.

Nach unserem Ausflug durch die Tropfsteinhöhle legten wir wieder ab und machten uns auf den Weg Richtung Cala d’Or. Und das erste Mal auf unserem Segelabenteuer haben wir eine Gruppe Delfine gesehen. Ich konnte leider keinen fotografieren – die sind einfach viel zu schnell!

Der Hafen von Cala d’Or ist genial! Modern, sauber und mit den wohl besten Duschen die wir auf unserer Reise erleben durften. Wer also an der Küste von Mallorca segelt und die Gelegenheit hat in Cala d’Or festzumachen dem sei gesagt: Es lohnt sich! Noch ein kulinarischer Tipp: Das Restaurant Acuartus (oder so ähnlich. Das Restaurant ist auch gut an den grünen Sitzpolstern zu erkennen) macht geniale Paella!

Mittwoch – die Trauminsel

Ausblick über Cabrera mit mir

Ausblick über Cabrera mit mir

Am Mittwoch ging es dann mit mitlaufendem Motor Richtung Cabrera. Leider hat uns an diesem Tag unser Glück mit dem Wind verlassen aber wir konnten nochmal einen Delfin beobachten. Dieser blieb von mir wieder nicht fotografiert. Grund: siehe oben. Auch nicht ohne Grund ist Cabrera die Lieblingsstelle von unserem Skipper Beat. Die Insel IST eine Reise wert! Cabrera ist Naturschutzgebiet und daher auch nur mit vorheriger Genehmigung anzulaufen. Hier ist also kein Massentourismus zu erwarten. Anlegen am Steg ist auch nicht erlaubt. Man muss hier an einer Boje festmachen und per Dingi (Beiboot) an Land fahren. Dort angekommen bietet die praktisch unbewohnte Insel unter anderem einen Festungsturm mit Traumausblick auf die Bucht, einige schöne Wege zum Spazieren gehen und eine winzige Bar mit dem wohl besten Sangria Mallorcas! Also kein Gesöff aus dem Eimer erwarten. Cabrera hat im Übrigen auch eine sehr bewegte Geschichte auf die ich hier allerdings nicht eingehen kann, da es den Rahmen meines Törn Berichtes sprengen würde. Ein paar Infos findes man z.B. hier bei Wikipedia.

Donnerstag – Abschied von Cabrera und Currywurst beim König!

Cabrera für Goetter im Mai - Die Bucht

Cabrera für Goetter im Mai - Die Bucht

Nach einigen Bojenmanövern in der Bucht von Cabrera – hier hat sich einmal wieder bestätigt, dass sich eine 15-Meter-Yacht sich nicht wie eine kleine Jolle steuern lässt – haben wir die Inselgruppe von Cabrera verlassen und Kurs Richtung Santa Ponsa aufgenommen. Wieder unter Motor aber dafür mit Autopilot und ganz viel Gemütlichkeit. Auch nichts tun oder lesen kann manchmal sehr entspannend sein! In Santa Ponsa angekommen ging es nach unserem „Anleger“ Richtung Ortsmitte auf eine Currywurst beim „König von Mallorca“. Ja auch Kultur gehört dazu…

Freitag – Anlegen, Feiern und Cocktails für alle!

Am Freitag ging es dann zurück Richtung Palma – unser Ausgangshafen. Dort angekommen konnten wir noch einen Abend und eine Nacht Palma de Mallorca genießen. Nein, wir waren nicht am Ballermann und ich hab keinen Sangria aus Eimern getrunken. Palma hat mehr zu bieten. So haben wir uns noch einmal mit einer befreundeten Crew (man trifft sich immer mal wieder in verschiedenen Häfen) zum Tapas essen in einen kleine Kneipe verabredet. Anschließend wanderten wir noch in die Cocktailbar „Abaco“. Das Abanco ist auf jeden Fall sehenswert, wenn auch kein Freund der sparsamen Urlaubskasse! Aber auch wenn man nur einmal durch die Räumlichkeiten der palastartigen Bar schlendert fällt man hier nicht weiter auf.

Samstag – Die Rückreise

Alles hat ein Ende. Auch die schönsten Segelreisen. Und so musste ich mich am Samstag wieder auf den Weg Richtung München machen. Dieses Mal mit Vueling und einem Zwischenstopp in Barcelona, was auch was für sich hatte. Zumindest einen schön langen Flug… wer’s mag, ich auf jeden Fall :-)

An die Lieben denken – Postkarten von unterwegs

Für mein Segelabenteuer musste ich meine Liebsten zu Hause lassen. Um Freunden und Verwandten dennoch ein paar Eindrücke mitzugeben habe ich mich natürlich entschlossen ein paar Postkarte mit myTriPic.com zu gestalten. Im Prinzip ist der Versandt von Postkarten über www.myTriPic.com problemlos. Denn man findet oft genug einen WLAN Hotspot und als damalig erster Beta-Tester der neuen Android Postkarten App war’s natürlich noch einfacher. Mittlerweile gibt’s die Postkarten App für Android auch im Google Play App Store. Natürlich kostenlos!

Ein Gedanke zu “Mallorca 2012 – Mein Segelabenteuer – (Törnbericht)

  1. Ein wunderbarer Bericht über ein schöne Segelwoche. super. Mein Freund Beat freut sich bestimmt riesig das es Euch gefallen hat. vielleicht sehen wir uns ja auch mal auf Mallorca. Wenn also mal die PlanB, eine Bavaria 38, Dir entgegenkommt, oder Du hinterher fährst, dann sprich mich einfach an, Beats Freund sind auch meine Freunde. Beste Grüße Otto Kappe

Hinterlasse einen Kommentar zu Otto Kappe Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>